Grundlagenentscheidung

Fall AT.39824: die europäische Entscheidung verstehen

Das am härtesten sanktionierte Kartellverfahren der europäischen Industriegeschichte. Vierzehn Jahre Absprache, sechs Hersteller, 3,8 Milliarden EUR Geldbußen.

3,8 Mrd. EUR
Verhängte Gesamtgeldbuße
14
Jahre der Zuwiderhandlung, 1997 bis 2011
90 %
Des europäischen Marktes kontrolliert
6
Beteiligte Industriekonzerne

Drei Formen unzulässiger Abstimmung, die die Untersuchung feststellte

Die Untersuchung der Generaldirektion Wettbewerb zeigte, dass die Kartellmitglieder nicht fair konkurrierten, sondern eine strukturierte Abstimmung über den gesamten Kontinent betrieben.

Der erste Strang war die abgestimmte Festsetzung der Bruttopreise, die die Großhandelspreistabellen vereinheitlichte und den Käufern jede faire Verhandlung nahm. Der zweite war die Verzögerung der Umwelttechnik durch Abstimmung des Zeitplans für die Einführung der Technik, die zur Erfüllung der aufeinanderfolgenden Normen Euro 3 bis Euro 6 erforderlich war.

Der dritte Strang war die vollständige Weitergabe der Kosten der Abgasreinigung: eine systematische Absprache, 100 % der Umweltauflagenlast in den vom Kunden gezahlten Endpreis zu übertragen.

Hersteller

Geldbuße

Stand des Verwaltungsverfahrens

Daimler (Mercedes-Benz)

1,01 Mrd. EUR

Vergleich 2016 angenommen

Scania AB

880 Mio. EUR

Verurteilung vom EuGH bestätigt

DAF Trucks

752 Mio. EUR

Vergleich 2016 angenommen

Volvo / Renault Trucks

670 Mio. EUR

Vergleich 2016 angenommen

Iveco S.p.A.

494 Mio. EUR

Vergleich 2016 angenommen

MAN SE

EUR 0

Immunität nach der Kronzeugenregelung

Verwaltungsgeldbuße und zivilrechtlicher Schadensersatz sind nicht dasselbe

Die 3,8 Milliarden EUR flossen in den Haushalt der Europäischen Union. Sie entschädigen keinen Käufer. Die Zivilklage erlaubt geschädigten Unternehmen, den gezahlten Aufschlag zurückzuholen, zuzüglich late payment interest.

MAN veranschaulicht den Unterschied perfekt: Als erster Melder des Kartells vermied das Unternehmen eine auf 1,2 Milliarden EUR geschätzte Geldbuße, bleibt aber verpflichtet, den seinen Kunden auferlegten Aufschlag vollständig zu erstatten.

So wird Ihr Anspruch berechnet

Der ursprüngliche Preisaufschlag ist nur ein Teil Ihres Anspruchs. Entscheidend ist die Kapitalisierung der gesetzlichen Verzugszinsen, aufgelaufen über zwölf bis achtundzwanzig Jahre.

C = (Vb × α) × (1 + r)t
  • C: gesamte einforderbare Entschädigung, Hauptforderung und Verzugszinsen zusammen
  • Vb: Bruttolistenpreis oder Netto-Anschaffungswert des Fahrzeugs
  • α: künstlicher Preisaufschlag des Kartells, zwischen 10 und 20 %
  • r: durchschnittlicher gesetzlicher Jahreszins des Gerichts, 3 bis 5 %
  • t: Anzahl der Jahre seit Zahlung der ursprünglichen Rechnung

Rechenbeispiel für eine Flotte von fünf 2005 neu für je 100.000 EUR netto gekauften Sattelzugmaschinen: kumulierter direkter Aufschlag von 75.000 EUR, Zinsmultiplikator von rund 2,27 über einundzwanzig Jahre, insgesamt einforderbare Entschädigung von rund 170.250 EUR.

01

Prüfung der Anspruchsberechtigung

Senden Sie uns Ihre Rechnungen, Leasingverträge, Fahrzeugpapiere oder Anlagenverzeichnisse für den Zeitraum 1997 bis 2014.

02

Prüfung und verbindliches Angebot

Unsere Anwälte und Ökonometriker beziffern Ihren Anspruch innerhalb von vier Wochen.

03

Begleitete Entscheidung

Sie wählen zwischen dem Barankauf Ihrer Forderung innerhalb von 30 Tagen und einer Klage auf Erfolgshonorarbasis.

04

Auszahlung

Die Entschädigung wird direkt auf das Geschäftskonto Ihres Unternehmens überwiesen.

Häufig gestellte Fragen

Es ist die Entscheidung der Europäischen Kommission, mit der gegen das Kartell der sechs führenden Lkw-Hersteller 3,8 Milliarden EUR Geldbuße verhängt wurden, wegen unzulässiger Festsetzung der Bruttopreise zwischen 1997 und 2011.

Weil sie das Verschulden der Hersteller unanfechtbar feststellt und vor den Zivilgerichten als bindender Nachweis dient. Käufer können Erstattung verlangen, ohne das Kartell beweisen zu müssen.

Jedes über Leasing, Mietkauf oder Langzeitmiete finanzierte Fahrzeug ist vollständig anspruchsberechtigt, weil die Raten auf überhöhten Bruttolistenpreisen berechnet wurden.

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