Hersteller · 880 Mio. EUR
Scania Lkw-Kartell: Ansprüche offen nach dem EuGH-Urteil
Scania bekämpfte seine Verurteilung bis zur höchsten Instanz. Die Zurückweisung des Rechtsmittels im Jahr 2024 besiegelte die Geldbuße von 880 Millionen EUR und verschob die Verjährungsfristen.
Von der Verweigerung des Vergleichs 2016 bis zur unanfechtbaren Verurteilung
Während Daimler, DAF, Volvo, Renault Trucks und Iveco sich 2016 mit der Europäischen Kommission verglichen, verweigerte Scania die Unterschrift. Die Kommission führte ein gesondertes Verfahren und verhängte am 27. September 2017 eine Geldbuße von 880 Millionen EUR.
Scania focht die Geldbuße vor dem Gericht der Europäischen Union an und legte anschließend Rechtsmittel beim Gerichtshof ein. Mit seinem unanfechtbaren Urteil vom 1. Februar 2024 in der Rechtssache C-251/22 P wies der Gerichtshof sämtliche Rechtsmittelgründe zurück.
Dieser achtjährige Rechtsstreit verschafft den Transportunternehmen paradoxerweise die stärkste rechtliche Grundlage des gesamten Verfahrens: Die Zuwiderhandlung ist auf europäischer Ebene festgeschrieben, und der Beginn der Verjährung wurde verschoben. Siehe unsere vollständige Analyse des Urteils.
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Scania Baureihe |
Einsatz |
Anschaffungsjahre mit Anspruch |
|---|---|---|
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Baureihe R |
Fernverkehr, R380 bis R560 und V8 |
2004 bis 2014 |
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Baureihe 4 |
Frühere Baureihe, 114, 124, 144, 164 |
1997 bis 2004 |
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Streamline |
Optimierter Fernverkehr, Euro 6 |
2013 bis 2014 |
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Baureihe G |
Regional, Verteilerverkehr und Bau |
2007 bis 2014 |
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Baureihe P |
Stadtverteilerverkehr und Kommunaldienste über 6 Tonnen |
2004 bis 2014 |
Warum die Verjährung bis 2028-2029 läuft
Die Richtlinie 2014/104/EU sieht vor, dass die Verjährungsfrist erst zu laufen beginnt, wenn die Entscheidung über die Zuwiderhandlung bestandskräftig geworden ist. Da Scania sämtliche Rechtsmittel bis 2024 ausschöpfte, wurde der Beginn der Fünfjahresfrist förmlich verschoben.
Transportunternehmen haben damit ein gesichertes Zeitfenster bis 2028, vor manchen nationalen Gerichten bis 2029. Mittelbar kommt dies auch Ansprüchen gegen die übrigen Marken des Kartells zugute.
So wird Ihr Anspruch berechnet
Der ursprüngliche Preisaufschlag ist nur ein Teil Ihres Anspruchs. Entscheidend ist die Kapitalisierung der gesetzlichen Verzugszinsen, aufgelaufen über zwölf bis achtundzwanzig Jahre.
Rechenbeispiel: Für einen 2006 neu für 115.000 EUR netto gekauften Scania R420 Topline beträgt der Preisaufschlag von 15 % 17.250 EUR. Mit zwanzig Jahren gesetzlicher Zinsen von 4 % pro Jahr erreicht der erstattungsfähige Gesamtbetrag rund 37.775 EUR.
Prüfung der Anspruchsberechtigung
Senden Sie uns Ihre Rechnungen, Leasingverträge, Fahrzeugpapiere oder Anlagenverzeichnisse für den Zeitraum 1997 bis 2014.
Prüfung und verbindliches Angebot
Unsere Anwälte und Ökonometriker beziffern Ihren Anspruch innerhalb von vier Wochen.
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Auszahlung
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Häufig gestellte Fragen
Die übrigen sanktionierten Hersteller
Alle Analysen dieses Bereichs, dazu der Herstellerbereich für den Überblick.
Daimler / Mercedes-Benz
Geldbuße von 1,01 Mrd. EUR, die höchste des Kartells. Baureihen Actros, Atego, Axor, Antos, Arocs und Econic.
Volvo / Renault Trucks
Geldbuße von 670 Mio. EUR und gesamtschuldnerische Haftung beider Marken des schwedischen Konzerns.
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