Rechtsprechung

EuGH-Urteil Scania C-251/22 P: die Wirkung auf die Entschädigung

Mit der endgültigen Zurückweisung des Rechtsmittels des schwedischen Herstellers hat der Gerichtshof den Nachweis der Zuwiderhandlung festgeschrieben und die Verjährungsfristen unionsweit neu gesetzt.

1. Feb. 2024
Datum des endgültigen Urteils
880 Mio. EUR
Bestätigte Geldbuße
8
Jahre Rechtsstreit
2028-2029
Zeitfenster für das Vorgehen

Eine Chronologie, die den Transportunternehmen zugutekommt

Während der von der Europäischen Kommission geführten Verhandlungen von 2016 weigerte sich Scania, seinen Anteil an der Absprache über die Bruttolistenpreise und die verzögerte Abgastechnik Euro 3 bis Euro 6 einzuräumen. Die Kommission trennte das Verfahren daher ab und erließ am 27. September 2017 eine Einzelentscheidung.

Der Hersteller erhob Nichtigkeitsklage vor dem Gericht der Europäischen Union in der Rechtssache T-799/17 und legte anschließend Rechtsmittel beim Gerichtshof ein. Mit seinem unanfechtbaren Urteil vom 1. Februar 2024 wies der Gerichtshof sämtliche Gründe zurück.

Diese Entscheidung bestätigt endgültig die durchgehende Beteiligung von Scania am Kartell von 1997 bis 2011, die Verwertbarkeit der Beweise für die Absprache und die rechtliche Pflicht zum Ersatz des Schadens aller Käufer und Leasingnehmer von Fahrzeugen über 6 Tonnen.

Datum

Verfahrensschritt

2016

Verweigerung des Vergleichs im europäischen Gesamtabkommen

27. September 2017

Einzelgeldbuße von 880 Millionen EUR

2022

Klage vom Gericht abgewiesen, Rechtssache T-799/17

1. Februar 2024

Endgültiges EuGH-Urteil, Rechtssache C-251/22 P

2024 bis 2029

Zeitfenster für Geschädigte offen

Wie die nationalen Gerichte das Urteil anwenden

In Frankreich macht Artikel L. 481-1 des Handelsgesetzbuchs Entschädigungsansprüche zu Scania Lkw und mittelbar zu den übrigen Marken des Kartells bis 2028-2029 vollständig zulässig. In den Niederlanden bestätigen die Gerichte die absolute hemmende Wirkung des Rechtsmittels für alle Sammelklagen. In Deutschland sichert Paragraf 33h GWB die Zulässigkeit von Flottenvorgängen bis 2028.

Siehe die Scania Herstelleranalyse für die anspruchsberechtigten Modelle und unseren Ländervergleich der Fristen.

So wird Ihr Anspruch berechnet

Der ursprüngliche Preisaufschlag ist nur ein Teil Ihres Anspruchs. Entscheidend ist die Kapitalisierung der gesetzlichen Verzugszinsen, aufgelaufen über zwölf bis achtundzwanzig Jahre.

C = (Vb × α) × (1 + r)t
  • C: gesamte einforderbare Entschädigung, Hauptforderung und Verzugszinsen zusammen
  • Vb: Bruttolistenpreis oder Netto-Anschaffungswert des Fahrzeugs
  • α: künstlicher Preisaufschlag des Kartells, zwischen 10 und 20 %
  • r: durchschnittlicher gesetzlicher Jahreszins des Gerichts, 3 bis 5 %
  • t: Anzahl der Jahre seit Zahlung der ursprünglichen Rechnung

Rechenbeispiel: Für einen 2006 neu für 115.000 EUR netto gekauften Scania R420 Topline beträgt der Preisaufschlag von 15 % 17.250 EUR. Mit zwanzig Jahren Zinsen von 4 % pro Jahr erreicht der Gesamtanspruch rund 37.775 EUR für dieses eine Fahrzeug.

01

Prüfung der Anspruchsberechtigung

Senden Sie uns Ihre Rechnungen, Leasingverträge, Fahrzeugpapiere oder Anlagenverzeichnisse für den Zeitraum 1997 bis 2014.

02

Prüfung und verbindliches Angebot

Unsere Anwälte und Ökonometriker beziffern Ihren Anspruch innerhalb von vier Wochen.

03

Begleitete Entscheidung

Sie wählen zwischen dem Barankauf Ihrer Forderung innerhalb von 30 Tagen und einer Klage auf Erfolgshonorarbasis.

04

Auszahlung

Die Entschädigung wird direkt auf das Geschäftskonto Ihres Unternehmens überwiesen.

Häufig gestellte Fragen

Es bestätigt endgültig die Haftung von Scania und die Geldbuße von 880 Millionen EUR, was den Nachweis der Zuwiderhandlung festschreibt und die Verjährungsfrist bis 2028-2029 verlängert.

Nach der unanfechtbaren Zurückweisung des Rechtsmittels 2024 bleiben Klagen und Forderungsabtretungen vor den europäischen Gerichten bis 2028-2029 vollständig zulässig.

Ja. Anspruchsberechtigt ist das Unternehmen, das die anfängliche finanzielle Last des Aufschlags getragen hat, ob das Fahrzeug über Mietkauf oder Langzeitmiete finanziert wurde oder inzwischen verkauft ist.

Weil es die Lebensdauer des Vorgangs verlängert: Die Zinseszinsformel wirkt über einen längeren Zeitraum, was die geschuldeten Verzugszinsen erhöht.

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