Methode
Wie die Verzugszinsen beim Lkw-Kartell berechnet werden
Die meisten Transportunternehmen bewerten ihren Schaden allein anhand der Preiserhöhung. Das unterschätzt ihn deutlich: Die Zinsen übersteigen häufig das Kapital.
Zwei untrennbare Bestandteile des Schadens
Die finanzielle Bewertung ruht auf zwei Säulen: dem am Tag des Geschäfts erlittenen unmittelbaren wirtschaftlichen Schaden und dessen auf den Zeitpunkt des Urteils oder des Forderungsankaufs fortgeschriebenem Ersatz.
Der Basisaufschlag von 10 bis 20 % des Nettokaufpreises ist das Kapital des Schadens. Im Zivil- und Handelsrecht hat der Geschädigte einer Kartellzuwiderhandlung jedoch Anspruch auf vollständigen Ersatz: Der zu Unrecht vereinnahmte Betrag muss fortgeschrieben werden, um Inflation, Kapitalkosten und den seit der Zahlung erlittenen Liquiditätsverlust auszugleichen.
Artikel 3 der Richtlinie 2014/104/EU stellt ausdrücklich klar, dass dieser Ersatz das Recht auf Zinsen vom Eintritt des Schadens bis zur Zahlung der Entschädigung umfasst.
|
Rechtsordnung |
Angewandte Fortschreibungsregel |
Wirkung für das Transportunternehmen |
|---|---|---|
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Niederlande |
Gesetzlicher Handelszins, wettelijke rente |
Besonders günstig für Anspruchsteller |
|
Deutschland |
Paragraf 33a GWB, fünf Punkte über dem EZB-Satz |
Hohe Fortschreibung über einen langen Zeitraum |
|
Frankreich |
Gesetzlicher Handelszins, erhöht ab Mahnung |
Zinslauf ab der förmlichen Geltendmachung |
Die Berechnung in Zahlen
Nehmen wir eine 2004 neu für 100.000 EUR netto gekaufte Sattelzugmaschine. Der Basisaufschlag beträgt 15.000 EUR. Der Zinsmultiplikator über zweiundzwanzig Jahre bei 4 % pro Jahr liegt bei rund 2,37. Der Gesamtanspruch erreicht damit 35.550 EUR.
In diesem Beispiel machen die Verzugszinsen 20.550 EUR aus, mehr als der ursprüngliche Aufschlag. Deshalb ist die Verjährungsfrage entscheidend: Jedes weitere Jahr lässt den Anspruch wachsen, sofern das Klagerecht gewahrt bleibt.
So wird Ihr Anspruch berechnet
Der ursprüngliche Preisaufschlag ist nur ein Teil Ihres Anspruchs. Entscheidend ist die Kapitalisierung der gesetzlichen Verzugszinsen, aufgelaufen über zwölf bis achtundzwanzig Jahre.
Die Berechnung ist bei jeder Finanzierung identisch: Sie knüpft an den anfänglich gezahlten Aufschlag an, ob das Fahrzeug bar gekauft, finanziert über Mietkauf oder genutzt wurde über Langzeitmiete.
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